Tinker Toys: Spielend lernen

© Lêmrich Studio, Musikproduktion V.B.Kuehl

Eine intuitive Konstruktionssoftware für PC und Tablet ermöglicht Kindern ab sechs Jahren ihr Lieblingsspielzeug online zu entwickeln. Mittels 3D-Druck werden die Ideen Wirklichkeit.

Mach ich selbst! Diesen Satz kennen Eltern nur zu gut. Selbst den Löffel halten. Selbst die Schuhe binden. Selbst etwas mit der Schere ausschneiden. All das wollen Kinder ab einem gewissen Alter am liebsten selbst machen. Aber sich am Computer ein Spielzeug entwerfen? Geht nicht. Oder?

„Mach, was du schon immer machen wolltest“, lautet das Motto von Tinker Toys und das ist durchaus ernst gemeint: Kinder ab vier Jahren können am PC oder über das Tablet mithilfe der eigens entwickelten Software der Firma ihr Wunschspielzeug herstellen, der 3D-Drucker spuckt das fertige Unikat dann später aus. Ob Flugzeug oder Männchen mit beweglichen Armen und Beinen: Der Fantasie der Kinder ist keine Grenze gesetzt. Indem sie verschiedene Formen miteinander kombinieren, ist (fast) alles möglich. Mit der neuen Technologie kommen die Kinder schnell klar, nur die Eltern können es oft kaum glauben, dass ihr Nachwuchs das Spielzeug wirklich selbst entworfen hat, wenn es nach dem Druck per Post nach Hause kommt.

Tinker Toys - Kinder entwerfen ihr Spielzeug selbst.

Ob Flugzeug oder Männchen: Jedes Kind entwirft sich sein Spielzeug selbst

Skepsis kennen die drei Gründer nur zu gut. „Ich habe mich schon während meines Ingenieur-Studiums mit 3D-Druck beschäftigt und oft gehört, dass man mit so etwas doch nur Spielzeug machen könne“, sagt Sebastian Friedrich, der Geschäftsführer. „Irgendwann machte es schließlich Klick bei mir und ich dachte: Warum sollten wir eigentlich kein Spielzeug damit machen?“ Gemeinsam mit Marko Jakob und Sebastian Schröder gründete er so im März 2014 Tinker Toys, eine Ausgründung aus dem Technologie-Inkubator FabLab in Magdeburg.

Ein anderer Standort als Magdeburg stand dabei nie zur Debatte, auch wenn sie inzwischen ein weiteres Ladengeschäft in Leipzig führen, indem Kinder vor Ort ihr Spielzeug entwerfen und ihren Geburtstag feiern können. „Ich bin hier geboren, aufgewachsen und habe hier studiert“, sagt Sebastian Friedrich. Das prägt, das bindet.

Tinker Toys - Kinder entwerfen ihr Spielzeug selbst.
Tinker Toys - Kinder entwerfen ihr Spielzeug selbst.

Spielzeug aus dem 3D-Drucker? Warum eigentlich nicht!

Tinker Toys hat sich selbst hohe Produktionsstandards gesetzt: Statt billigem Plastik setzt das Trio auf Bio-Kunststoff auf Maisstärkenbasis, ein Material, das gut nachwächst und darüber hinaus zu hundert Prozent wieder abgebaut werden kann. Zudem haben sie es sich zum Ziel gemacht, auch explizit Mädchen zu fördern, denen in Sachen Technik manchmal immer noch nicht das Gleiche zugetraut wird wie Jungs. Es gibt explizite Mädchengruppen und eine gute Zusammenarbeit mit Schulen, Digital-Werkstätten und dem VDIni-Club, dem Kinderclub des Vereins Deutscher Ingenieure. „Besonders gern erinnere ich mich an eine Neunjährige, die sich in unserem Ladengeschäft eine riesengroße schwarze Spinne am Rechner gebaut hat, mit Kreuz auf dem Rücken“, sagt Sebastian Friedrich. „Ihre Mutter fand es eklig, aber das Mädchen wollte die Spinne genauso haben.“ Friedrich selbst sei schon als Kind der klassische Lego-Junge gewesen, mit mehreren Kisten voller Bausteinen in seinem Zimmer. Er hat Glück: Das Kind in ihm, es darf bis heute weiter basteln.

www.tinkertoys.de

Tinker Toys - Kinder entwerfen ihr Spielzeug selbst.
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