Neotiv – ein Interview mit Jana Schumann und Chris Rehse

Neotiv

Die Gründungsmitglieder Dr. Chris Rehse (34) und Jana Schumann (30) entwickelten gemeinsam an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die neotiv®-App. 2016 wurde das Unternehmen gegründet, es beschäftigt mittlerweile 21 Mitarbeiter. 

Was ist das Besondere an der neotiv®-App?

Rehse: Alzheimer weist einen systematischen Verlauf auf und inzwischen ist bekannt, welche Hirnregionen dabei zuerst betroffen sind. In den letzten Jahren haben wir systematisch untersucht, welche Gedächtnisfunktionen von diesen Hirnregionen abhängen. Wir versuchen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, so dass eine Intervention ermöglicht und der Krankheitsverlauf hinausgezögert werden könnte.
Schumann: In die App sind drei wissenschaftliche Tests integriert, die jeweils unterschiedliche Gedächtnisfunktionen testen und zeigen, ob die Gedächtnisleistung abnimmt. 

Was unterscheidet Sachsen-Anhalt von anderen Standorten?

Rehse: Kurze Wege. Hervorragende Vernetzung in alle Richtungen – von der Universität bis hin zur Landesregierung. So schnell wie hier, bekommen wir als Start-up nirgends einen Termin, weder beim Ministerium noch bei Behörden. 

Was bedeutet für Sie modernes Denken?

Schumann: Offenheit gegenüber Neuem. Nicht nein sagen. Nur weil es eine Unbekannte gibt. Lieber sagen: Ja, das versuchen wir jetzt und wir lösen uns von alten Strukturen.
Rehse: Interdisziplinäre Ansätze führen zu modernem Denken. Es ist nicht mehr modern und innovativ, wenn nur im eigenen Berufsfeld gearbeitet wird. 

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Finden sich Bauhausgedanken in Ihrem Start-up wieder?

Rehse: Bei aller Komplexität eines Start-ups, versuchen wir durch klare Strukturen unser Ziel zu erreichen, z. B. durch schnelle Markttests mit Hilfe eines Prototypen, um zu sehen, ob er vom Kunden angenommen wird. Wir bauen das Produkt also nicht wie früher komplett fertig, sondern lassen Zwischenstufen beurteilen.
Schumann: Klarheit ist so ein Thema. Unsere Zielgruppe sind ältere Menschen, deshalb muss die App klar aufgebaut sein. Alles ist intuitiv und einfach, damit jeder die App nutzen kann.

Ihr nächstes Ziel?

Rehse: Die neotiv®-App soll das Tor zur Alzheimer Prävention und Intervention bilden. So könnten Betroffene und Mediziner gemeinsam gegen Alzheimer vorgehen. 

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