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5 Fragen an: Matthias Erben, Orchesterleiter und engagierter Bürger

Liebe zur Musik und Verbundenheit mit Sachsen-Anhalt prägen das Leben von Matthias Erben. Ob als jahrzehntelanger Leiter des Akademischen Orchesters der Universität Halle-Wittenberg oder als politisch engagierter Bürger von Halle (Saale) – der gebürtige Wolfener setzt sich für eine positive Entwicklung seiner Heimat ein.

 

Herr Erben, Sie sind mit 30 Jahren auf dem Weg zu einer Karriere als Biochemiker vollständig zur Musik gewechselt – warum?

Matthias Erben: Ich komme aus einer Musikerfamilie, trotzdem war ein „ordentlicher Beruf“ gewünscht. Ein Chemie-Studium erschien logisch. Musik spielte aber immer eine Rolle: Ich war im Streichquartett, in einer Rockband und habe mit Tanzmusik Geld verdient. In der Biochemie merkte ich irgendwann: Mein erfülltes Leben liegt in der Musik. Also bin ich dorthin gewechselt – und bewusst in Sachsen-Anhalt geblieben. Die Menschen hier und die regionale Musikszene haben mich immer getragen.

 

Gab es Momente, in denen Sie die Wissenschaft vermisst haben?

ME: Ja, besonders 1989/90, als die DDR zusammenbrach. Wir reprivatisierten die Familienfirma, ich kämpfte fünf Jahre um ihr Überleben. Danach kehrte ich bewusst zur Musik zurück und leitete „mein“ Akademisches Orchester. Für mich war das ein Stück Kontinuität, während sich Sachsen-Anhalt und der Osten stark veränderten.

 

Gibt es ein Konzert, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

ME: Am Herzen liegt mir ein Format mit Mozart-Briefen und Musik: Ich lese die Briefe selbst und verbinde sie mit passenden Werken – sehr persönliche Konzerte entstehen daraus. Ein Höhepunkt war, das Einheitsorchester Sachsen-Anhalt beim Tag der Deutschen Einheit zu dirigieren. Musik aus dem Bundesland für die ganze Republik zu präsentieren, hatte für mich eine ganz besondere Bedeutung.

 

Wie definieren Sie Erfolg für ein nicht-professionelles Orchester?

ME: Erfolg misst sich nicht primär an Perfektion, sondern an Resonanz. Wenn Menschen mitspielen wollen, es Wartelisten gibt und Konzerte ausverkauft sind, stimmt alles. Gerade hier in Sachsen-Anhalt zeigt sich, wie stark Musik Menschen verbinden kann.

 

Helfen die Erfahrungen als Dirigent bei Ihrem politischen Engagement in Halle (Saale)?

ME: Auf jeden Fall. Sie lehrt, sachlich zu bleiben und mit Menschen auszukommen, die anderer Meinung sind, was ja in der Politik nicht selten vorkommt.

Landesmotto #moderndenken

Modernes Denken ist ein Markenzeichen Sachsen-Anhalts. Hier haben über Jahrhunderte hinweg kluge Köpfe weltverändernde Ideen entwickelt, die ihrer Zeit voraus waren. Sechs Ideen aus dem heutigen Sachsen-Anhalt hat die UNESCO als Erbe der Menschheit anerkannt. Das Bundesland besitzt eine einmalige Dichte von Welterbestätten. Hinzu kommen UNESCO-Modellregionen für Nachhaltigkeit. Die Region bot über Jahrhunderte Freiräume, modern zu denken. Dieser Geist, Neues zu wagen und vorzudenken, wirkt bis heute fort. Das belegen die vielen positiven Beispiele der Kampagne www.moderndenken.de

Im Landesportal, bei Instagram (@moderndenken) und im Magazin #moderndenken stellen wir kleine und große Ideen sowie ihre Protagonisten vor: Menschen, Unternehmen, Vereine, die vordenken, handeln und die Zukunft gestalten.
Die Kampagne