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„Digital Heritage“: Ein Meilenstein der digitalen Museumsarbeit

Das Land Sachsen-Anhalt und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie haben ein beeindruckendes Digitalisierungsprojekt umgesetzt, um die archäologischen Schätze des Landes digital zu bewahren.

Digitale Aufbereitung von Münzen und Fotografien

 

In den Archiven des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie schlummern rund 35 Millionen analoge Bild-, Plan- und Schriftdokumente sowie ca. 16 Millionen archäologische Fundkomplexe. Die archäologische Sammlung, die in den vergangenen 150 Jahren zusammengetragen wurde, ist eine der ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten Mitteleuropas. Die Sammlungen haben zwei Weltkriege und zwei Diktaturen ohne Verlust überstanden.

 

Um diese Schätze vor dem Verfall zu bewahren und effizienter nutzen zu können, haben das Land Sachsen-Anhalt und das Landesamt eines der größten Digitalisierungsprojekte Sachsen-Anhalts auf den Weg gebracht: Das Projekt »Digital Heritage 2017/2018«.

 

In nur 19 Monaten konnten drei Teams 185.862 Karteikarten des Hauptkataloges für archäologische Funde, über 10.000 Fundmünzen und ca. 423.000 vom Zerfall bedrohte historische Fotografien digitalisieren. Dabei wurden beispielsweise wertvolle historische Glasplattenaufnahmen, frühe Planfilme, Farbdiapositive und andere häufig genutzte analoge Bilder digital gesichert und in einer Mediendatenbank recherchefähig erfasst. Die Karteikarten des Hauptkatalogs stellen gleichsam das zentrale Gedächtnis der Sammlung dar. Durch ihre Digitalisierung wurde eine unverzichtbare Informationsquelle gesichert und für wissenschaftliche Zwecke zugänglich gemacht. Das umfangreiche Digitalisierungsprojekt wurde im Dezember 2018 abgeschlossen.

 

„Digitaler Fingerabdruck“ von Münzen (Projekt OSCAR)

 

Unter den archäologischen Funden gibt es viele Objekte, bei denen eine klassische Kennzeichnung bislang nicht möglich war. So konnte nicht jede Münze beschriftet und klar zugeordnet werden. Die Gefahr des Vertauschens und des damit verbundenen Informationsverlustes ist hoch.

 

In Sachsen-Anhalt wurde jetzt ein System entwickelt, über das erstmalig jede Münze individuell bestimmt werden kann. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hat in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF) ein Verfahren entwickelt, mit dem Sammlungsbestände digital erfasst und Einzelstücke anhand eines individuellen „digitalen Fingerabdrucks“ eindeutig und unverwechselbar beschrieben werden können. Das Projekt O.S.C.A.R. (Optical System for Coin Analysis and Recognition) ist ein revolutionäres Verfahren zur exakten Identifizierung von Objekten und ist unter anderem für den Leihverkehr mit anderen Museen und Institutionen von großer Bedeutung.

 

Die ersten Resultate des Digitalisierungsprojektes sind unter der Adresse digital-heritage.lda-lsa.de sowie über das Internetportal von KENOM (Kooperative Erschließung und Nutzung der Objektdaten von Münzsammlungen) für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

 

www.digital-heritage.lda-lsa.de

www.kenom.de