Inflotec: Sauberes Trinkwasser als Menschenrecht

© Lêmrich Studio, Musikproduktion V.B.Kuehl

Mobile Wasseraufbereitung fur Krisenregionen: Der Waver filtert sauberes Trinkwasser. Ganz ohne Strom. Eine ausgezeichnete Idee.

Trinkwasser, das ist etwas, über das sich hierzulande kaum jemand Gedanken macht. Weil es eben immer verfügbar ist. Doch zehn Prozent der Weltbevölkerung hat keinen ausreichenden Zugang zu Wasser. Vor allem in Afrika und Zentralasien – obwohl es vor Ort zahlreiche Reserven gibt. Zudem ist das Gefälle zwischen Stadt und Land groß: Während zum Beispiel in den Städten Afrikas und Ozeaniens mindestens zwei Drittel der Einwohner den Wasserhahn aufdrehen können, gilt das auf dem Land für weniger als ein Drittel. Dabei lebt dort die Mehrheit der Bevölkerung.

Die Welt ein bisschen besser machen. Deshalb konstruierten Regina Martina Findling und Martin Drewes eine Wasserfilter-Anlage, die die Welt künftig tatsächlich etwas besser machen soll. Schon bald soll der „Waver“ jederzeit und überall einsatzfähig sein. Damit Menschen geholfen werden kann. Mit sauberem Trinkwasser.

Der Waver läuft nicht nur mit Wasserenergie, sondern auch mit Sonne und Wind.

Für ihr Unternehmen Inflotec und mit Unterstützung von Professor Christian-Toralf Weber der Hochschule Magdeburg-Stendhal entwickelten sie ein System, um Trinkwasser schnell und problemlos herzustellen – ganz ohne Strom. Auf einer Art Katamaran befindet sich dafür ein Wasserrad zwischen zwei Schwimmkörpern, das von der Wasserströmung bewegt wird. Dadurch entsteht Energie, die eine Pumpe aktiviert, die wiederum mit einem Filtersystem verbunden ist. Das verschmutzte Wasser wird darin so lange gefiltert, bis es steril ist, und zuletzt noch mit wichtigen Mineralien angereichert wird. Die Filteranlage ist bislang in zwei Größen geplant: Mit der Kleinen lassen sich mindestens 1.000 Liter Wasser am Tag filtern, mit der Großen bis zu 6.000 Liter. 

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Der Vorteil: Dadurch, dass die Anlage nur mit Wasserenergie läuft, ist sie etwa im Fall einer Katastrophe autark. Und sollte die Strömung nicht ausreichen oder überhaupt nicht vorhanden sein, lässt sich der „Waver“ mit Hilfe von Wind oder Sonne genauso gut betreiben. Die Idee ist so einfach, aber genial, dass man sich fragt, warum noch niemand zuvor darauf gekommen ist.

Getestet wird die Anlage von Frauen in Kenia, die sich selbst versorgen müssen.

Derzeit wird die Anlage in Kenia getestet in einer Region, in der sich Frauen selbst versorgen müssen. Dank des „Wavers“ haben sie inzwischen nicht nur sauberes Trinkwasser, sondern können auch ihre Felder bewässern. Für die Wartung ist kein Experte vor Ort nötig: Die Filter lassen sich mit einem Klickmodul ganz einfach wechseln, die Anlage selbst lässt sich ähnlich simpel aufbauen wie ein Schrank von Ikea. In nur sechs Stunden.

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Um dem ganzen Projekt auch eine Form zu geben, packte Designer Martin Deutscher die Funktionalität der Anlage in ein modernes Design in blau-orange. Der „Waver“ wurde dafür 2017 mit dem Bestform-Award ausgezeichnet. Er kann also nicht nur Menschenleben retten, sondern sieht dabei auch noch gut aus. Erfolgsfaktoren sind für die Jungunternehmer auch der Standort Magdeburg und die Förderung durch die Hochschule Magdeburg-Stendhal. Schon bald möchten sie Sachsen-Anhalt zumindest ein wenig Anerkennung zurückgeben.

Bis Mitte 2019 soll der Prototyp so optimiert werden, dass er kurz danach auf den Markt kommen kann. Derzeit sind Findling und Drewes im Kontakt mit diversen Hilfsorganisationen, die an der Anlage bereits großes Interesse signalisiert haben. Der „Waver“ wird eben dringend gebraucht, schließlich ist eines der erklärten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, bis 2030 jedem Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

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