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Drohnen-Flughafen Cochstedt

Interview mit Prof. Rolf Henke

Prof. Rolf Henke ist Mitglied des Vorstands im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Am Standort Cochstedt entsteht für die Er­forschung und Entwicklung das „Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme“. Cochstedt wird zum Drohnen-Flughafen.

Welche Stellung nimmt das Nationale Erprobungszentrum am Flughafen in Cochstedt (Sachsen-Anhalt) ein?
Das DLR forscht in allen Bereichen der Luftfahrt. In Cochstedt bündeln wir Kompetenzen des DLR, von Partnern und Kunden im Gebiet unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS). Das Erprobungszentrum Cochstedt soll eine Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung dieser Technologien spielen.

Welche Projekte sollen am Standort Cochstedt realisiert werden?
Die Zahl der Tests von unbemannten Fluggeräten wird wegen des Wachstums der Branche steigen. Dafür braucht es neue Erprobungsmöglichkeiten. Wir wollen in Cochstedt forschen und Möglichkeiten zu Training und Zulassung geben. Auch an neuen Regelwerken zum Betrieb von UAS werden wir arbeiten. Cochstedt wird eine zentrale Funktion im Netzwerk aller Testfeldaktivitäten haben.

Was bedeutet für Sie modernes Denken?
Ganzheitliches Denken. Wir arbeiten am Wissen für Morgen. Dabei suchen wir – ausgerichtet am gesellschaftlich Nötigen und technisch Machbaren – nach disruptiven Ansätzen, stellen Altes neu auf und mit entwickeln Neues. Es reicht nicht, nur Erklärungen zu unterschreiben. Modernes Denken heißt, die richtigen Fragen zu stellen und Lösungen zu finden. Das machen wir im DLR, und freuen uns, diese Einstellung auch in Sachsen-Anhalt zu finden.

Welche Möglichkeiten stecken zum Beispiel im unbemannten Frachttransport mit Drohnen?
Das unbemannte Fliegen wird ein wichtiger Teil des Luftverkehrs. Zunächst nur für Lasten bis 500 Kilogramm, doch die Menge der Fluggeräte ist entscheidend, die diese Fracht innerhalb von und zwischen Städten liefern sollen: schnell, leise, umweltverträglich und sicher.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Neues wächst von unten nach oben. Fortschritt braucht Zeit zum „flügge“ werden. Wir brauchen Cochstedt, denn die „Stunde der Wahrheit“ schlägt immer in der Luft. Wir wünschen uns Unterstützung vom Land und Akzeptanz bei den Nachbarn, um umweltverträgliche, sichere und wirtschaftliche unbemannte Systeme zu entwickeln.