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Kurt Weill – Nach Brecht zum Broadway

Seine Musik wurde von René Kollo bis Robbie Williams, von Ute Lemper bis Sting, von Louis Armstrong über Miles Davis bis Max Raabe gesungen oder gespielt. Die Vielfalt der Kurt-Weill-Interpreten weist auf die Vielfalt seiner Werke hin. Der in Dessau geborene Kurt Weill (1900 – 1950) war ein innovativer Komponist, der ständig neue Formen und Musiksprachen erkundete und ausprobierte. So umfasst sein Werk unter anderem Opern, Operetten, Ballette, Kammermusik, Musicals, Chansons, französische Tangos und Jazz. Es ist äußerst selten, dass ein Komponist in mehreren Ausdrucksformen gleichermaßen zu Hause ist. Kurt Weill ist die große Ausnahme. In seiner Kunst ist Weill einer der bedeutendsten Vordenker des 20. Jahrhunderts und untrennbar mit der Moderne verbunden.

Bekannt wurde Kurt Weill vor allem mit der „Dreigroschenoper“ (Uraufführung 1928), einem Theaterstück von Bertolt Brecht mit Musik des umtriebigen Dessauers. Musiknummern wie die Moritat von Mackie Messer wurden zu Welthits.

Welthits in Zusammenarbeit mit Brecht

Rund 30 Bühnenwerke hat er in seinem Leben verfasst – und dabei wohl mehr Ausdrucksformen ausprobiert als jeder andere Komponist. So ganz nebenbei entstanden dabei innovative, moderne Mischformen: Ballett, Ballettpantomime, Opernballett, Opernpantomime, Songspiel… Solche und zahlreiche weitere Bezeichnungen stellte Weill seinen Werken in Deutschland voran. Als letztes Stück in Deutschland brachte er im Februar 1933 „ein Wintermärchen“ auf die Magdeburger, Erfurter und Leipziger Bühne. „Der Silbersee“ mit Text des Magdeburger Dramatikers Georg Kaiser kombiniert Kantaten, Instrumental-Stücke, Moritaten und Lieder – und wird kurz nach der Uraufführung abgesetzt. Von den Nazis verfolgt, ging Weill zunächst nach Paris und später in die Vereinigten Staaten.

In den 40er Jahren hatte Weill mit verschiedenen Musicals großen Erfolg am Broadway (z. B. Lady In The Dark) und wurde zu einem der vielseitigsten und einflussreichsten Komponisten des Musical-Theaters des 20. Jahrhunderts. Auch hier verband er in seinen Werken mehrere Genres miteinander.

Einflussreicher Musical-Komponist

Neben seinen innovativen Verbindungen verschiedenster musikalischer Formen zeichnet sich Weills Werk durch seine kontrastreiche Musiksprache aus. Sie nahm in jedem Land, in dem er sich aufhielt, eine eigene Prägung an – in Deutschland genauso wie in Frankreich und den USA.

Weills Talent zu Adaption und Avantgarde entging auch Zeitgenossen nicht: „Wäre er nach Indien eingewandert und nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika, hätte er wundervolle indische Musikstücke geschrieben“, sagte etwa Langston Hughes, Librettist bei „Street Scene“.

Seine Schaffenskraft endete 1950 nach einem Herzinfarkt. In Gedenken an den großen Komponisten findet jedes Jahr Anfang März in seiner Geburtsstadt Dessau mehrere Tage lang das renommierte Kurt-Weill-Fest statt. Im Meisterhaus Feininger in Dessau befindet sich das Kurt-Weill-Zentrum.