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Marius Lauer – Wir werden die GETEC-Arena mit eSport-Begeisterten füllen

Marius Lauer, auch bekannt als „Verdipwnz“, ist als hauptberuflicher Caster und Moderator von „Inside eSports” ein Vorreiter für den eSport. Der Wahl-Magdeburger ist einer der vielen engagierten Akteure in Sachsen-Anhalt, die sich voll und ganz den Themen eSport und Gaming verschrieben haben.

Caster, Analyst, Consultant und viele weitere Arbeitsfelder – wie gestaltet sich diese Arbeit?

Zu Beginn möchte ich kurz erklären, was ein Caster ist. Alle kennen Fußball-Kommentatoren im Fernsehen. Das Gleiche mache ich für PC-Spiele – den Live-Kommentar. Bei uns wird dafür der Begriff „Shoutcaster“ verwendet. Zu meiner Tätigkeit als Analyst – bei Fußballübertragungen gibt es diese Experten, die alles besser wissen. Das sind die Analysten – und das mache ich auch (lacht).
Als Consultant berate ich darüber hinaus Organisationen und Firmen im Bereich eSport. Was geht? Was geht nicht? Was gibt es? Was wollen sie tun und was ist alles möglich.

Was ist das Besondere an deiner Arbeit?

Das Besondere ist, dass man viele der Tätigkeiten hinter diesen Job-Bezeichnungen nicht einfach irgendwo in einer Ausbildung oder einem Studium lernen kann. Hier geht es um „learning by doing“. Der Bereich eSport ist noch jung und es gibt wenig Expertise. Man lernt jeden Tag etwas Neues.

Wie sieht dein Arbeitstag als „Verdipwnz“ aus?

In etwa so: 8 Uhr aufstehen. Ab 10 Uhr bin ich im Büro. Davor „mache” ich Social Media. Im Büro geht es dann um Meetings, Projektplanung und -umsetzung und alles, was noch erledigt werden muss. Abends dann – wenn nötig – mit den Kollegen das Studio vorbereiten und eine Übertragung produzieren. Nach Feierabend dann: Essen mit der Familie und den Abend ausklingen lassen.

Die Spieleindustrie hat viele Facetten. Wie schätzt du die Situation für das Thema „Gaming” in Sachsen-Anhalt ein?

Gaming und eSport sind eigentlich zwei verschiedene Sachen, aber das eine beinhaltet das andere. In Sachsen-Anhalt gibt es sehr viele Gamer. Jeder zweite spielt! Mit eSport verhält es sich etwas anders. Aber viele schauen sich Übertragungen an und sind dem Thema offen gegenüber. Magdeburg hat zum Beispiel den größten eSport-Verein Deutschlands. Über 230 Mitglieder!
Ich denke wir haben hier eine gute Grundlage, um „Großes” zu bewirken.

Was bedeutet modernes Denken für dich?

Modernes Denken ist alles! Ohne das gäbe es keine Start-Ups, keine Investoren, keine Entwicklung – egal in welchem Bereich.

Modernes Denken ist aber schwer zu definieren. Erst hieß es beispielsweise, CDs würden sich nie durchsetzen. Zu modern. Zu neumodisch. Und dann wurden sie normal; entwickelten sich zum Standard. Die mp3 ist wieder einen Schritt weiter gegangen. Auch hier hat jemand weiter gedacht und modernisiert.
Aber auch in Human Resources und den Führungsebenen von Firmen geht es an jeder Ecke um modern denken. Stichwort Barrierefreiheit – mittlerweile gibt es viel bessere Arbeitsumgebungen für Menschen mit Behinderung. Und im Beruf allgemein haben Einsteiger heute andere Möglichkeiten als früher; es gibt neue Arbeitsmethoden und neue Formen der Arbeit. Modern denken ist eben überall gefragt. Man sollte sich nie verschließen vor etwas Neuem.

Was wünschst du dir für die Zukunft? Was sind deine nächsten Ziele?

Meine nächsten Ziele sind klar definiert. Sachsen-Anhalt als eSport-Standort erweitern und festigen. Mehr hierher holen. Mehr in Magdeburg, mehr in Sachsen-Anhalt machen und umsetzen. Die Awareness steigern und einfach die „Angst“ vor eSport nehmen. Nichts kommt von alleine. Harte Arbeit gehört nunmal dazu. Wie sonst kommt ein professioneller Verein wie der 1. FC Magdeburg im Fußball an seine Sponsoren? Man muss Leute anschreiben. Es gibt Pitches und harte Gespräche. Das will ich machen. Mit Erfolg, sodass viel mehr Menschen nach Magdeburg kommen. Und irgendwann füllen wir die GETEC-Arena mit eSport-Begeisterten!

www.verdipwnz.de