5 Fragen an…das Ökodorf Sieben Linden.

Ein Bild von Corinna Felkl

Zusammenleben neu erfinden und die Umwelt schonen – rund 150 Menschen gehen in der sozial-ökologischen Modellsiedlung Sieben Linden seit fast 20 Jahren neue Wege. Corinna Felkl (57) war von Anfang an dabei.

Was ist das Besondere an Sieben Linden?

Wir versorgen uns möglichst selbst, bauen Obst und Gemüse an. Wir forschen, geben unser Wissen weiter, sind vernetzt. Für die Häuser setzen wir auf Strohballenbau, eine Bauweise, die wir mit dem Fachverband für Strohballenbau bis zur EU-weiten DIN-Zulassung gebracht haben. Kurzum: Wir teilen gleiche Werte und versuchen gemeinsam unseren CO2-Fußabdruck zu verringern. Wir lernen viel im Umgang miteinander und unterstützen uns gegenseitig.

Wie gründet man ein neues Dorf?

Eigentlich geht das laut Gesetz in Deutschland nicht. Angefangen haben wir in den 1990er Jahren zunächst mit einem Projektzentrum, haben im Kleinen unsere Projektidee demonstriert und langsam den Kontakt zu Politik und einheimischen Menschen aufgebaut. Das war nach der Wende schon eine besondere Zeit und lässt sich so wohl nicht wiederholen.

Ansicht des Hauses
Ein Apfelbaum
Apfelernte

Warum Sachsen-Anhalt?

Es war eine bewusste Entscheidung für die Altmark. Hier in Sachsen-Anhalt gab es kein kategorisches Nein für unsere Idee, im Westen hätte es keine Chance gehabt. Der Bürgermeister war angetan von der Idee, dass Menschen hier hinziehen. Auch einige Personen im Ministerium und Landratsamt unterstützten sehr.

Was bedeutet modernes Denken für Sie?

Modernes Denken ist für mich ganzheitliches, empathisches, verantwortungsbewusstes Denken, auch innovatives Denken. Dabei steht die ökologische und soziale Verantwortung im Fokus. Wie kann ich in kleinen Kreisläufen selber Probleme lösen? Modern denken bedeutet, die Konsequenzen des Handelns zu überschauen und Verantwortung übernehmen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass in Sieben Linden 300 Menschen leben. Mein Traum wäre, dass eines Tages fast überall in der Altmark aufBio-Landwirtschaft gesetzt wird, sich das Grundwasser erholt und sich die Region mit regenerativen Energien nachhaltig entwickelt. Wir möchten im Kleinen eine der möglichen Antworten auf aktuelle Herausforderungen sein. Auch in Städten gibt es viele Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Nur gemeinsames Handeln lässt uns die Klimaziele erreichen.

Corinna Felkl
Gewächshaus mit Apfelbaum

Corinna Felkl (57), Diplom-Ingenieurin für Städtebau und -planung, kam vor 30 Jahren aus Hannover, war Mitgründerin von Sieben Linden – und blieb. Heute arbeitet sie als Seminarleiterin und bietet Interessierten Einblicke in das Projekt.

www.siebenlinden.org

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